Aufstieg auf den Gipfel | © DAV/Wolfgang Ehn

Start der Bergwandersaison: Tipps zu Vorbereitung, Ausrüstung und Tourenplanung

03.04.2025

Mit den ersten warmen Frühlingstagen und den anstehenden Osterferien beginnt für viele Menschen bereits jetzt die Bergwandersaison. Der Deutsche Alpenverein (DAV) gibt wichtige Hinweise zu Vorbereitung, Ausrüstung und Tourenplanung.

Langsam starten nach dem Winter

„Wandern ist Sport und auch da sollte man keinen Kaltstart machen“, sagt Stefan Winter, Bergführer und DAV-Ressortleiter Sportentwicklung. Natürlich kommt es immer auf den individuellen Fitnessstand an, wie stark man sich auf die Wandersaison vorbereiten muss. Aber um gut und fit in die Saison zu starten, empfiehlt Winter „regelmäßig zwei bis drei Sporteinheiten von etwa einer Stunde pro Woche und eine Mischung aus Kraft- und Ausdauertraining. Dazu am Wochenende gerne eine längere Tour.“

Die wenigsten Menschen haben die Alpen direkt vor der Tür, aber man kann sich auch im Flachland oder im Mittelgebirge trainieren. Aufs Wandern kann man sich gut durch folgende Aktivitäten vorbereiten:

  • Ausdauer: Laufen, Spazierengehen, Nordic Walking oder Hometrainer
  • Kraft: sportliches Treppensteigen und Fitnessstudio
  • Kraftausdauer: Fahrradfahren

Weitere Trainings-Tipps in unserem Artikel: So geht das: Fit in die Wandersaison

Passende Ausrüstung und Bekleidung

Im Schatten noch kalt, in der Sonne bereits warm, dazu teilweise Schneefelder – im Frühjahr sollten sich Wander*innen auf wechselhafte Bedingungen einstellen. Das gilt auch für Bekleidung und Ausrüstung. 

Die Bekleidung sollte größere Temperaturbereiche abdecken. Handschuhe, Mütze und eine Isolationsjacke gehören unbedingt dazu. Gleichzeitig aber Kopfbedeckung, Sonnenbrille und Sonnencreme nicht vergessen. Teleskopstöcke und Grödel helfen bei der sicheren Bewältigung von Schneefeldern. Hohe und stabile Schuhe geben Halt und Gamaschen verhindern, dass Schnee in die Schuhe rutscht und man nasse Füße bekommt.

Ausrüstung prüfen, reparieren und ersetzen

Da auch die Ausrüstung oft eine Winterpause gemacht hat, sollte sie sorgfältig gecheckt werden. „Besonders die Sohlen der Wanderstiefel gilt es nach einer längeren Lagerzeit zu prüfen“, erklärt Experte Stefan Winter. Kleben die Sohlen noch fest am Schuh und ist das Profil ausreichend? „Im Zweifel sollten die Schuhe von einem Schuster neu besohlt werden. Im schlimmsten Fall löst sich die Sohle sonst bei der ersten richtigen Belastung vom Schuh“, so Stefan Winter.

Auch das Erste-Hilfe-Set sollte geprüft werden – ist alles noch vollzählig und das Verfallsdatum noch nicht erreicht? Sonst fehlt im Notfall vielleicht eine Mullbinde, weil man sie nach Gebrauch nicht aufgefüllt hat. Oder die Pflaster kleben nicht mehr, weil sie alt sind. „Ins Erste-Hilfe-Set gehört unbedingt auch eine Alu-Rettungsdecke“, sagt Stefan Winter. „Die ist klein und wiegt nicht viel. Im Notfall wickelt man sie um den Körperstamm und schützt sich so gegen Wind und Unterkühlung.“

 

Mit guter Tourenplanung: Wo kann man jetzt schon wandern?

Die Verhältnisse für Frühjahrswanderungen in niedrigen Höhen sind grundsätzlich gut. „Es hat in diesem Winter keine großen Schneemengen gegeben, deshalb ist es in den bayerischen Vorbergen südseitig bis 1300 Meter oft schneefrei“, so DAV-Experte Stefan Winter. Generell kann es aber jederzeit noch bis in tiefe Lagen schneien und vor allem nordseitig ist immer noch mit Schnee zu rechnen. Im Allgäu und im Berchtesgadener Land liegt im Vergleich noch etwas mehr Schnee. Da ist immer der Lawinenlagebericht und die Wettervorhersage zu beobachten. Auch ein Blick auf Webcams in der jeweiligen Region hilft beim Einschätzen der Verhältnisse.

Entscheidend ist eine gute Tourenplanung, die Wetter, Verhältnisse, Schwierigkeit und die Teilnehmer*nnen der Tour berücksichtigt. Auf Schneefeldern besteht Ausrutschgefahr, das Laufen ist oft anstrengender und man kann schnell den richtigen Weg verlieren. „Lieber mit zeitlichen Reserven planen, auf den Wegen bleiben und nicht nach links oder rechts ins Steilgelände ausweichen. Im Zweifelsfall lieber umdrehen“, rät Stefan Winter. Auch Frühjahrsgewitter können aufgrund der steigenden Temperaturen und entsprechender Feuchtigkeit schon auftreten.

April 2025: noch wenige Hütten geöffnet

Alpenvereinshütten für Wandernde haben noch nicht viele geöffnet. Die vollständige Liste wird erst in den nächsten Wochen veröffentlicht. Eine kurze Liste gibt es schon hier:

Allgäuer Alpen

Bayerische Voralpen

Chiemgauer Alpen